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Was waren die Hauptmerkmale der frühneuzeitlichen europäischen Gesellschaft und welche großen Veränderungen fanden zwischen 1492 und 1815 im Jahr 1500 statt, um diese Welt grundlegend zu verändern?

Merkmale der frühneuzeitlichen europäischen Gesellschaft und des Denkens um 1500:

1. Feudalsystem: Das Feudalsystem war die vorherrschende soziale und politische Struktur in Europa. Dabei handelte es sich um eine hierarchische Regelung, bei der Land und Macht in den Händen des Adels und des Klerus konzentriert waren, während die Bauernschaft die Mehrheit der Bevölkerung bildete und an das Land gebunden war.

2. Manorialismus: Herrenhäuser waren große landwirtschaftliche Anwesen, die autarke Wirtschaftseinheiten darstellten. Bauern arbeiteten auf herrschaftlichem Land und leisteten dem Herrn als Gegenleistung für Schutz und einen Teil der Ernte Arbeitsdienste.

3. Gildensystem: Zünfte waren Zusammenschlüsse von Handwerkern und Kaufleuten, die ihre jeweiligen Gewerbe regelten. Sie setzten Maßstäbe für Qualität, kontrollierten die Preise und unterstützten ihre Mitglieder gegenseitig.

4. Scholastik: Die Scholastik war der vorherrschende philosophische und theologische Ansatz im europäischen intellektuellen Denken. Es kombinierte aristotelische Logik mit christlicher Theologie, um ein umfassendes Wissenssystem zu schaffen.

5. Dominanz der katholischen Kirche: Die katholische Kirche hatte enorme Macht und Einfluss in der europäischen Gesellschaft. Es spielte eine zentrale Rolle in religiösen, politischen und kulturellen Angelegenheiten.

6. Eingeschränkte Reise- und Kommunikationsmöglichkeiten: Transport und Kommunikation waren langsam und begrenzt, was zu regionalen Unterschieden in Kultur, Bräuchen und Sprachen führte.

7. Wissenschaftliche und technologische Fortschritte: Es gab bedeutende Fortschritte in Wissenschaft und Technologie, darunter die Erfindung der Druckmaschine, die Verwendung von Schießpulver und die Entwicklung neuer Navigationsinstrumente.

Große Transformationen zwischen 1492 und 1815:

1. Zeitalter der Entdeckungen: Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 markierte den Beginn des Zeitalters der Entdeckungen. Europäische Mächte gründeten Kolonien in Amerika, Afrika und Asien, was zur Entstehung globaler Handelsnetzwerke und zum Austausch von Waren, Ideen und Kulturen führte.

2. Protestantische Reformation: Die 1517 von Martin Luther eingeleitete protestantische Reformation führte zur Spaltung des westlichen Christentums. Die Bildung protestantischer Konfessionen stellte die Autorität der katholischen Kirche in Frage und trug zu religiösen Konflikten und Kriegen bei.

3. Aufstieg der Nationalstaaten: Das Konzept der Nationalstaaten entstand und forderte die Macht des Heiligen Römischen Reiches und der Feudalherren heraus. Zentralisierte Regierungen mit definierten Territorien und Bevölkerungsgruppen gewannen an Bedeutung, was zu einer stärkeren nationalen Identität und Konkurrenz führte.

4. Wissenschaftliche Revolution: Die wissenschaftliche Revolution führte zu einem Wandel im wissenschaftlichen Denken und in der Methodik und legte den Schwerpunkt auf Beobachtung, Experimente und mathematisches Denken. Persönlichkeiten wie Kopernikus, Galileo, Kepler und Newton leisteten bedeutende Beiträge zu unserem Verständnis der natürlichen Welt.

5. Aufklärung: Die Aufklärung war eine intellektuelle Bewegung, die Vernunft, Individualismus und Fortschritt betonte. Philosophen wie Voltaire, Rousseau und Locke forderten traditionelle Institutionen heraus, traten für Gedankenfreiheit ein und legten den Grundstein für demokratische Revolutionen.

6. Industrielle Revolution: Die industrielle Revolution, die im späten 18. Jahrhundert begann, veränderte die Wirtschaftslandschaft Europas. Neue Technologien und Fabriken führten zu höherer Produktivität, Urbanisierung und dem Aufstieg der Mittelschicht.

7. Französische Revolution: Die Französische Revolution im Jahr 1789 markierte einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Es führte zu den Idealen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und stellte die absolute Monarchie und die feudalen Privilegien in Frage. Die Revolution hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die europäische Politik und Gesellschaft.

8. Napoleonische Kriege: Die Napoleonischen Kriege (1803–1815) führten zu Konflikten zwischen Frankreich und verschiedenen europäischen Mächten. Die Feldzüge und Eroberungen Napoleon Bonapartes veränderten die politische Landkarte Europas und trugen zur Verbreitung revolutionärer Ideen bei.

Diese großen Veränderungen zwischen 1492 und 1815 veränderten die europäische Gesellschaft und das Denken grundlegend und prägten den Verlauf der westlichen Zivilisation für die kommenden Jahrhunderte.

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