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Warum wurde der Südsudan ein vom Sudan getrenntes Land?

Historische Faktoren:

1. Koloniales Erbe: Während der Kolonialzeit wurde der Sudan als eine Einheit von den Briten regiert, was zur Vereinigung verschiedener ethnischer Gruppen und Regionen unter einer Verwaltungsstruktur führte. Allerdings erlebte die südliche Region des Sudan eine Marginalisierung und Vernachlässigung durch die Zentralregierung in Khartum.

2. Religiöse und kulturelle Unterschiede: Der Südsudan besteht hauptsächlich aus afrikanischen ethnischen Gruppen mit animistischen, christlichen und traditionellen Glaubensrichtungen, während der Norden überwiegend arabisch-muslimisch ist. Diese religiösen und kulturellen Unterschiede führten zu sozialen und politischen Spannungen zwischen den beiden Regionen.

3. Bürgerkriege: Anhaltende Bürgerkriege zwischen der im Norden ansässigen sudanesischen Regierung und Rebellenbewegungen aus dem Süden, vor allem der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM), befeuerten den Wunsch nach Autonomie und Selbstbestimmung im Süden. Die Kriege führten zu immensem menschlichem Leid und zum Verlust von Millionen von Menschenleben.

Spannungen nach der Unabhängigkeit:

1. Mangelnde gleichberechtigte Vertretung: Nach der Unabhängigkeit Sudans im Jahr 1956 begünstigte die Machtdynamik die dominierende arabisch-muslimische Fraktion im Norden, was zu anhaltenden Beschwerden und Unzufriedenheit unter den Südsudanesen in Bezug auf Themen wie politische Repräsentation, Ressourcenverteilung und kulturelle Anerkennung führte.

2. Juba-Erklärung: 1983 gab die von John Garang geführte SPLM die Juba-Erklärung heraus, in der sie zur Selbstbestimmung der südlichen Region aufrief, was die Sezessionsbewegung verstärkte.

3. Gescheiterte Friedensabkommen: Mehrere Friedensabkommen versuchten, den Konflikt zwischen der sudanesischen Regierung und den Rebellen im Süden zu lösen, darunter das Addis-Abeba-Abkommen von 1972 und das Umfassende Friedensabkommen (CPA) von 2005. Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Abkommen führten jedoch zu weiteren Konflikten und verstärkten den Wunsch nach Trennung .

Referendum und Unabhängigkeit:

1. Referendum 2011: Im Rahmen des CPA wurde im Januar 2011 ein Referendum durchgeführt, um den Südsudanesen die Möglichkeit zu geben, über ihre politische Zukunft zu entscheiden. Über 98 % der Wähler entschieden sich für die Abspaltung, was am 9. Juli 2011 zur offiziellen Unabhängigkeitserklärung führte.

2. Internationale Anerkennung: Südsudan wurde von den Vereinten Nationen und verschiedenen Ländern weltweit als souveräner Staat anerkannt, was seinen Status als unabhängige Nation festigte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das komplexe Zusammenspiel historischer kolonialer Dynamiken, religiöser und kultureller Unterschiede, Beschwerden über Marginalisierung und anhaltender Bürgerkriege zur Trennung des Südsudans vom Sudan führte, die im Referendum 2011 und seiner anschließenden internationalen Anerkennung als unabhängiges Land gipfelte.

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